Der Startschuss der Branche in die neue Saison fand erstmals in Garmisch-Partenkirchen statt. „Qualitätsgipfel – Gewinn durch Spitzenleistung“ war das Motto des diesjährigen Meeting-Point der Bus- und Gruppentouristik. Spektakuläre Destinationen, brisante Themen und profilierte Experten lockten erneut zahlreiche Bus- und Gruppenreiseveranstalter sowie deren Vertragspartner aus Hotellerie, Events und Attraktionen sowie Forschung und Lehre an.
Die Touristik-Profis aus dem In- und Ausland waren bereits am Vortag begeistert von dem spannenden Vorprogramm mit Ausflügen zur Zugspitze und in die Partnachklamm sowie einem Get-together im Seehaus am Riessersee. Trotz des katastrophalen Wintereinbruchs am Wochenende waren fast alle der über 200 angemeldeten Unternehmen nach Garmisch-Partenkirchen gekommen. Immerhin hatte die These: „Quality is the best return on investment“ hohe Erwartungen geweckt.
Die einschlägigen Keynote-Statements und die anschließende Debatte mit dem Plenum generierten dazu wertvolle Erkenntnisse. Das Tagungsformat „Themen-Thesen-Zwischenrufe“ motivierte zu vielfältigem fachlichen Input und auch zu heftigen Diskussionen.
Vor dem Kongresshaus stand ein moderner Reisebus der Marke SCANIA Irizar i6 den Tagungsteilnehmern als Muster für Reisekomfort zur Verfügung.
Elisabeth Koch, Erste Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen, hatte zur Eröffnung die Bedeutung der Bustouristik für die Stadt hervorgehoben und vice versa die Anziehungskraft dieser qualitätsstarken Destination beleuchtet. Fakten gleich zum Einstieg präsentierte Dr. Eva Götz, Tourismusreferatsleiterin im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus. Gemeinsam mit Patricia Ehbauer, Vorständin im Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen LBO und LBO-Geschäftsführer Stephan Rabl präsentierte sie Ergebnisse der Studie „Wachstumschancen des Bustourismus in Bayern“.
In seinem Drehbuch ließ Dieter Gauf, Spiritus rector des Branchenforums, den Roten Faden ablaufen. Qualität definiert sich nicht nur über die physischen, messbaren Bestandteile einer Leistung. Die Wahrnehmung nicht physischer Faktoren wie Erholung und Erlebnis sowie Sicherheit und Zuverlässigkeit durch den Verbraucher ist entscheidend. Mithin die Mitwirkung des Externen Faktors, nämlich des Nutzers einer Dienstleistung.
Profilierte Keynote-Speaker beleuchteten Erfolgsfaktoren für Qualitätsführerschaft vor einer atemberaubenden Kulisse – thematisch, inhaltlich, geografisch und semantisch erklommen die Tagungsteilnehmer einen Qualitätsgipfel. Immerhin ist die Zugspitze Deutschlands höchster Berggipfel. Vier Qualitätsführer fokussierten Erfolgsgrundlagen in ihren Bereichen: Incoming, Studienreisen, klimafreundliche Mobilität und Destinationen.
Made in Germany setzt auch im Incoming Tourismus auf Qualität. Am Incoming Geschäft mit ausländischen Besuchern, partizipieren viele Städte, Regionen und Busunternehmen. Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft obliegt der DZT das weltweite Deutschland-Marketing. Petra Hedorfer, die Vorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus, schilderte Wachstumschancen der internationalen Vermarktung. Dabei identifizierte sie Motive und Eigenschaften der Urlauber aus verschiedenen Quellmärkten. Wie kann sich die Bustouristik daran ankoppeln? Dies war eine der spannenden Fragen der Debatte.
Gauf sah Korrelationen zwischen Studienreisen und Rundreisen, die beide besonders bei Busreisenden populär sind. Inwieweit Studienreisen ein Leitbild für hochwertige Kultur- und Rundreisen sind, untersuchte Guido Wiegand, Marketingchef des größten Studienreiseveranstalters Studiosus und Vorsitzender der FUR ReiseAnalyse. Objektiv messbare Qualitätsmerkmale – wie Hotels und andere Leistungen – sowie methodisch-didaktisch versierte Studienreiseleitungen seien Grundlagen für die entscheidende Kundenzufriedenheit.
Die Busunternehmen setzen Maßstäbe für Qualität in Tourismus und Verkehr, Claims, die Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des bdo Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen e.V. begründete. Dazu steuern u.a. die hohe Zuverlässigkeit der Busunternehmen, der Busfahrerinnen und Busfahrer sowie die sehr günstigen Umwelt- und Klimabilanz der Busse und Reisebusse bei. Sie sah einen „Qualitätsvorsprung durch die persönliche Betreuung“, da Busreisen von der Entwicklung bis zur Durchführung durch Menschen und den persönlichen Kontakt mit den Reisenden geprägt werde.
Spektakuläre Destinationen motivieren zur Gruppenreise. Walter Rutz, Geschäftsführer GaPa Tourismus GmbH, Gastgeber des „Tag der Bustouristik“ charakterisierte Garmisch-Partenkirchen als Best practice in seinem Keynote: „Bustourismus auf dem Gipfel – mit qualitätsstarken Destinationen an die Spitze des Erfolges“.
Zwei internationale Experten ergänzten die Keynote-Speaker auf dem Podium mit Quality Injections: Vincent Dewaele, General Manager der Busworld (weltweit führender Veranstalter von Messen der Busindustrie) zum Thema: „Technological Innovations power Mobility and protect Environment“. Jay Munro-Michell, Senior-Manager von ETOA, European Tourism Association und Schirmherr des „Tag der Bustouristik“ postulierte: “Quality is the best return on investment“.
Bereits im Vorfeld der Tagung hatten zahlreiche Repräsentanten der Branche Fragen und Vorschläge zur offenen Diskussion eingereicht. Dazu brachten sich mehrere Teilnehmer mit „Zwischenrufen“ in die von Johannes Hübner, Bussicherheits- und Verkehrsexperte in TV und Medien, geleiteten Debatte ein: Welche Leistungsbestandteile beeinflussen Buchungsentscheidungen und die Bereitschaft, höhere Preise zu zahlen? Wie kann man angesichts der Personalknappheit das Qualitätsniveau steigern? Wie können Reiseleiter und Gästeführer die Knappheit versierter Buspiloten kompensieren? Wie kann man Qualität emotionaler visualisieren? Wie kann man KI nutzen? Die Rolle von Paketreiseveranstaltern bei der Qualitätssicherung. Die Defizite bei der Straßen-, Brücken- und Schieneninfrastruktur würden am Bild von Quality made in Germany rütteln. Wie nicht nur der vorangegangene Wettereinbruch zeigte, konnte sich der flexible, zuverlässige Reisebus ins rechte Licht rücken. In der letzten Wortmeldung forderte der Busreiseveranstalter Mathias Hirsch auf, sich bei abwertenden Medienberichten offensiv zu wehren.
Nach dem inhaltlichen Teil der Tagung verkündete Wolfgang Gauf die Location des dann 44. „Tag der Bustouristik“: (am 11. Januar 2027): Chemnitz Zwickau und die Region. Zur Staffelübergabe von Walter Rutz (GaPa) war eine Delegation des Tourismusverbandes Chemnitz Zwickau Region e. V. mit den Vorstandsmitgliedern Sven Krüger (Landrat Mittelsachen), Daniel Röthig (Bürgermeister Gemeinde Callenberg) und Geschäftsführerin Marika Fischer sowie Veronika Hiebl, Geschäftsführerin Sachsen Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen GmbH, nach Garmisch-Partenkirchen gekommen.
Am Tagungsende um 15.07 Uhr stellten Dieter Gauf und Wolfgang Gauf, Veranstalter des „Tag der Bustouristik“ fest: „Dieser Startschuss der Branche in die neue Saison war der Gipfel!“






























